Architekturgeschichten
«Jede Generation ergänzt das Vorhandene, verändert das Bild, gestaltet es mit.»

Unsere gebaute Umwelt ist durchwoben von Spuren menschlichen Wirkens. Einige sind sichtbar - Häuser, Siedlungen oder Brücken. Andere ruhen als Ruinen oder Fundamente im Boden. Sie alle erzählen Geschichten: von Notwendigkeiten, Hoffnungen und manchmal auch von Träumen. Es sind Zeugnisse von Entstehung, Wandel und Verfall und damit auch Lebensgeschichten von Menschen, die Bauwerke geplant, gebaut, bewohnt oder verändert haben. Solche Themen stehen im Zentrum der Europäischen Tage des Denkmals 2025.
Als Ständerätin und als Präsidentin des Netzwerks Kulturerbe Schweiz begegne ich oft besonderen Architekturgeschichten: Es sind Entscheidungen, die das Entstehen, den Erhalt – oder das Verschwinden – von Bauwerken prägen. Unsere Umwelt gleicht einem historischen Manuskript, das über Jahrhunderte immer wieder überschrieben wurde. Jede Generation ergänzt das Vorhandene, verändert das Bild, gestaltet es mit. Dieses Gestalten ist auch heute notwendig – und verlangt nach Antworten auf drängende Fragen: Wie schaffen wir Wohnraum für eine wachsende Bevölkerung? Wo finden wir Platz für erneuerbare Energien? Wie bringen wir Entwicklung und Bewahrung in Einklang?
Im Netzwerk Kulturerbe Schweiz engagieren wir uns für nachhaltige Lösungen und übernehmen Verantwortung dafür, dass in unserem Vorwärtsstreben das Gewesene und das Gewachsene – unsere Wurzeln –für kommende Generationen bewahrt bleiben. Nur so können wir neue Architekturgeschichten erzählen, ohne die alten auszulöschen.
Wir laden Sie herzlich dazu ein, solche Geschichten an den Europäischen Tagen des Denkmals 2025 zu entdecken – und vielleicht sogar selbst neue Kapitel mitzuschreiben.
Mathilde Crevoisier Crelier
Präsidentin Netzwerk Kulturerbe Schweiz und Ständerätin des Kantons Jura