In Gefahr?
Das Plakatsujet der Europäischen Tage des Denkmals 2026 ist der ehemalige Schlachthof von Saint-Imier.
Der ehemalige Schlachthof von Saint-Imier steht exemplarisch für ein Kulturerbe, das in der Schweiz zunehmend unter Druck gerät. Industriebauten des frühen 20. Jahrhunderts prägen vielerorts das Ortsbild, erfahren jedoch oft wenig Wertschätzung. Das Kampagnenbild bringt diese Gefährdung sichtbar zum Ausdruck und illustriert das Jahresthema «In Gefahr?» auf eindrückliche Weise.
Der 1908 errichtete Schlachthof zeichnet sich durch seine markante Silhouette und die sorgsam gestalteten Fassaden aus, die dem Gebäude einen überraschend eleganten Ausdruck verleihen. Das grosszügige Bauwerk besteht aus drei symmetrisch angeordneten Flügeln aus Mauerwerk. Charakteristisch sind die Oberlichter im Walmdach, die einst der Belichtung und Belüftung der Schlachthallen dienten. Die strenge Symmetrie des Grundrisses setzt sich in den Fassaden fort, die von zahlreichen grossformatigen Fenstern geprägt sind, eingefasst in Kalkstein, Kunststein und Ziegel.
Seit der Betrieb des Schlachthofs vor rund 25 Jahren eingestellt wurde, gab es verschiedene Überlegungen zur weiteren Nutzung des Gebäudes. Das Objekt ist im Bauinventar des Kantons Bern als schützenswert eingestuft.