IN GEFAHR – ZWISCHEN BEWAHREN UND GESTALTEN
Schloss Hünegg steht ganz im Zeichen des Spannungsfeldes zwischen Bewahren und Gestalten. Führungen durch Schloss und Park zeigen, wie anspruchsvoll es ist, historische Orte zugleich zugänglich, nutzbar und dauerhaft geschützt zu halten. Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in die täglichen Entscheidungen hinter dem Erhalt von Kulturerbe – dort, wo konservatorische Anforderungen, Museumsbetrieb und heutige Erwartungen aufeinandertreffen.
Im Schloss richtet sich der Blick auf das originale Interieur: Möbel, Textilien und Raumausstattungen erzählen von früheren Lebenswelten, reagieren aber sensibel auf Licht, Klima und Beanspruchung. An konkreten Beispielen wird deutlich, welche Massnahmen nötig sind, um die historische Substanz zu schonen, ohne die Räume ihrer Lebendigkeit zu berauben. Es wird auch die Frage thematisiert, wie ein historisches Schloss mehrfach genutzt werden kann – für Vermittlung, Veranstaltungen und den täglichen Betrieb. Die Rolle des Kulturgüterschutzes wird ebenfalls beleuchtet.
Ausserhalb der Mauern setzt sich dieses Spannungsfeld fort: Der Schlosspark zeigt, wie sehr die Parkanlage vom Gleichgewicht zwischen Nutzung und Erhalt lebt und wie die Parkpflege heute historische Gestaltungsideen respektiert, zugleich aber auf veränderte ökologische Bedingungen reagieren muss.
Zur Mittagszeit ergänzt die historische Klangwelt im Grossen Salon das Erleben: Pianola und Flügel erinnern daran, dass Kulturerbe nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar ist – und dass solche technischen und musikalischen Zeugnisse ebenfalls wartungs- und erhaltungsbedürftig sind.
Der Anlass auf Schloss Hünegg macht so eindrücklich erfahrbar, dass Denkmalpflege kein Stillstand ist, sondern ein fortwährender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart – zwischen sorgfältigem Bewahren und verantwortungsvollem Gestalten.
Was und wann
«Wenn Möbel sprechen könnten – Schlossräume im Spannungsfeld von Nutzung und Schonung», Führung durch das Schloss mit Museumsleiterin Regula Berger
So, 13.09.2026 11:15–12:15
«Der Schlosspark – zwischen Nutzung und Erhalt», Führung durch den Park mit Hansruedi Schmutz, parkverantwortlicher Stiftungsrat
So, 13.09.2026 11:15–12:15
So, 13.09.2026 14:15–15:15
Mittagspause: «Erhalt der historischen Klangwelt», Pianola und Flügel im Grossen Salon mit Bernhard Sauser, einziger Pianolist der Schweiz
So, 13.09.2026 13:00–14:00
«Genutzt – geschützt? Kulturgüterschutz und Mehrfachnutzung im historischen Schloss», Führung durch das Schloss mit Betriebsleiter Toby Adam
So, 13.09.2026 14:15–15:15
Keine Reservation notwendig.
Ort und Anreise
Ab Bahnhof Thun Bus 21 oder 25 bis Hilterfingen, Post oder Kursschiff BLS bis Hilterfingen, See, danach ca. 10 Min. Fussweg
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