Gefährdetes Kulturerbe bewegt das Publikum
33. Europäische Tage des Denkmals in der Schweiz
Mit dem Thema «In Gefahr?» mobilisierten die 33. Europäischen Tage des Denkmals ein breites Publikum. Rund 40’000 Personen nahmen dieses Jahr an den mehr als 460 Veranstaltungen des schweizweit grössten Anlasses im Bereich Kulturerbe teil.
Die vielfältigen Bedrohungen wie auch neue Perspektiven für den Erhalt unseres kulturellen Erbes standen im Fokus der Europäischen Tage des Denkmals vom 12. und 13. September 2026. Rund 40’000 Personen, davon etwa die Hälfte in der Deutschschweiz, nahmen landesweit unter dem Titel «In Gefahr?» an den mehr als 460 Veranstaltungen teil. Das grosse Interesse des Publikums zeigte, dass Fragen rund um den Schutz des Kulturerbes die Bevölkerung bewegen.
Die Denkmaltage zeigten, wie Klimawandel, Bautätigkeit, Urbanisierung, Übertourismus und der Verlust von handwerklichem Wissen unser materielles und immaterielles Kulturerbe unter Druck setzen. In verschiedenen Kantonen kamen Fachpersonen des Kulturgüterschutzes mit dem Publikum zu den Schutzkonzepten ins Gespräch. Im Lichtspiel in Bern, beispielsweise, zeigte der Bund gemeinsam mit Konservatorinnen und Restauratorinnen auf, wie gefährdete Kulturgüter erkannt und im Ernstfall gesichert werden können.
Führungen, Ausstellungen und Filmvorführungen beleuchteten archäologische Rettungsgrabungen oder baukulturellen Rettungsaktionen, etwa bei der Ruine Obermaggenberg im Sensebezirk (FR), der Kuranstalt Schöneck (NW) oder im Quartier Îlot 13 (GE). Im Schloss Thun (BE) erfuhr das Publikum, welchen spielerischen Beitrag junge Menschen zum Erhalt von Welterbestätten leisten können.
Neue Wege für den Erhalt des Kulturerbes
Das Publikum erlebte an diesem Wochenende an qualitativ hochstehenden und exklusiven Veranstaltungen, wie Gefahren Ausgangspunkt für Innovation sein können. Forschung, Ausbildung, Digitalisierung oder partizipative Prozesse eröffnen der Restaurierung und Konservierung neue Perspektiven. Beispielsweise erhielten Besuchende in Entlebuch (LU) Einblick in den Nutzen von Partnerschaften für eine qualitätsvolle räumliche Entwicklung, in die Fotorestaurierung in Olten (SO) oder in die Nekropolen von Claro (TI), die hundert Jahre nach ihrer Entdeckung wieder zugänglich sind. Die Europäischen Tage des Denkmals machten sichtbar, wie in ehemaligen Industrieanlagen, Bauernhäusern bis hin zu Stadtquartieren die historische Substanz weiterentwickelt wird, ohne den Gebäuden ihre Geschichte zu nehmen.
Ausblick auf 2027
Das Thema und das Datum der nächstjährigen Europäischen Tage des Denkmals stehen bereits fest: Mit dem Titel «Verborgen» lädt das Netzwerk Kulturerbe Schweiz am 11. und 12. September 2027 dazu ein, den Blick unter die Oberfläche oder hinter die Mauern zu richten und bisher Übersehenes oder Unzugängliches neu zu entdecken.
Aktuelle Informationen bietet das Netzwerk Kulturerbe Schweiz auf Facebook, Instagram (@kulturerbeentdecken) und LinkedIn. Der Newsletter Kulturerbe Schweiz informiert regelmässig über Highlights und Hintergründe.
Breite nationale Verankerung in der Schweiz
Die Europäischen Tage des Denkmals in der Schweiz sind eine gemeinsame Initiative des Bundesamts für Kultur (BAK), der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger (KSD), der Konferenz Schweizerischer Kantonsarchäologinnen und Kantonsarchäologen (KSKA) und des Netzwerks Kulturerbe Schweiz, das die nationale Koordination und die Öffentlichkeitsarbeit übernimmt. Die Schweiz ist seit mehr als 30 Jahren Teil dieser Initiative des Europarats. Die Denkmaltage finden jährlich im September in rund 50 Ländern Europas statt und feiern die kulturelle Vielfalt und das gemeinsame Erbe. Das Programm wird von den städtischen und kantonalen Fachstellen für Denkmalpflege und Archäologie sowie weiteren zahlreichen Organisationen und Privatpersonen getragen, die sich für das Kulturerbe engagieren.
Finanzierung und Partnerschaften
- Hauptfinanzierung: Bundesamt für Kultur, Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
- Stiftungen: Burgergemeinde Bern, GVB Kulturstiftung, UBS Kulturstiftung
- Koordination: Netzwerk Kulturerbe Schweiz
- Kooperationspartner:Bundesamt für Bevölkerungsschutz, Bund Schweizer Architektinnen und Architekten, Bund Schweizer Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Memoriav – Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz, SBB, SBB Historic, Schweizer Heimatschutz, Schweizerische UNESCO-Kommission, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, Schweizerischer Verband für Konservierung und Restaurierung, Verband historischer Eisenbahnen Schweiz
- Fontana & Fontana AG, Sax-Farben, Sturm und Bräm. att und feiern die kulturelle Vielfalt und das gemeinsame Erbe.