Das dreistüdige einfache Hochstudhaus liegt in der Siedlungs- und Kulturlandschaft der Dünnern-Ebene am südöstlichen Eingang zum Dorfteil Kleinwangen, wo auch noch ein steinernes Wegkreuz von 1560 steht. Ein Wässerungsgraben floss einst hinter dem Haus, ist aber heute zugeschüttet. Die Familie Von Wartburg baute das Haus 1802–1803 und besass es bis 1918. Seit den frühen 1980er Jahren steht das Gebäude leer.
In seiner heutigen Form besteht das Gebäude aus den zwei Hauptbau- und Ausstattungsphasen von 1802–1803 und 1850/1880 und präsentiert sich auf den ersten Blick als typisches Hochstudhaus. Die baugeschichtliche Untersuchung zeigt einige konstruktive Besonderheiten, die von der Norm abweichen und dem Gebäude eine Einzigartigkeit verleihen. Obwohl das Haus in seiner Grundstruktur integral der ersten Bauphase von 1802-1803 zugeordnet werden kann, wurden darin verschiedene unterschiedliche Konstruktionssysteme kombiniert und miteinander vereint.
Als Hochstudhaus repräsentiert es einen im Kanton Solothurn einst regional verbreiteten, jedoch immer selten werdenden Gebäudetyp. Was das Haus einzigartig macht, sind seine konstruktiven Besonderheiten, welche nicht den gängigen Normen entsprechen. Obwohl aus einer Bauphase stammend, wurden verschiedene konstruktive Systeme kombiniert. Einige Details vermögen nach heutigen konstruktiven Kriterien nicht zu überzeugen, gehören aber zum eigenständigen Bild des Gebäudes. Warum diese hybride Bauweise gewählt wurde, ist unklar. Das Gebäude wirkt zunächst wie ein klassisches Hochstudhaus, doch wer genauer hinsieht, entdeckt die besonderen Merkmale, die es von anderen unterscheidet. So hebt sich das Gebäude im Kanton deutlich hervor; es entspricht nicht vollständig dem klassischen Standard, doch gerade aus diesem Grund ist es ein Hochstudhaus mit einer spannenden Baugeschichte und einem ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter.
Der laufende Umbau zeigt einen Ansatz für eine zeitgemässe Nutzung und erlaubt einen Einblick in die Baugeschichte sowie den Umbauprozess eines Kleinbauernhauses an bemerkenswerter Lage.
Was und wann
Führung durch Thomas Schwab, Architekt und Sara Schibler, Denkmalpflegerin Kanton Solothurn
Sa, 12.09.2026 11:00–12:00
Sa, 12.09.2026 14:00–15:00
Keine Reservation notwendig.
+41 79 410 54 39
Ort und Anreise
Ab Bahnhof Wangen bei Olten, 15 Min. Fussweg Richtung Kleinwangen, ostwärts entlang Gheidstrasse bis Aspweg.
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